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Fluggesellschaft
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Eine Fluggesellschaft (englisch airline) ist ein Luftfahrtunternehmen, das erwerbsmĂ€ĂŸig den Personen- oder Frachttransport auf dem Luftweg betreibt.

Fluggesellschaften sind Verkehrsunternehmen, die auf dem Verkehrsmarkt als Anbieter von Verkehrsleistungen auftreten und dabei sowohl den Linienverkehr als auch den Charterverkehr durchfĂŒhren.cite-ref-1[1] Charakteristisch fĂŒr Airlines im Gegensatz zu anderen Verkehrsunternehmen ist, dass sie ĂŒberwiegend als gut bekannte Firmenmarken auftreten (Lufthansa, British Airways oder Singapore Airlines).

Contents

‱ Geschichte
‱ Codierung
‱ Sicherheit
‱ Siehe auch
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Geschichte

Die erste Fluggesellschaft der Welt

Am 16. November 1909 grĂŒndete Ferdinand Graf von Zeppelin in Frankfurt am Main die erste Luftfahrtgesellschaft der Welt: die „DELAG“ („Deutsche Luftschifffahrt-Aktiengesellschaft“), die zwischen 1910 und 1913 etwa 34.000 Passagiere mit Zeppelinen transportierte. Weiterhin startete am 10. Juni 1912 der Doppeldecker „Gelber Hund“ als erstes Postflugzeug vom Flughafen Frankfurt-Rebstock zum Flughafen Darmstadt.

Es folgten weitere Gesellschaften, und schon 1913 war ein Verkehrsnetz zwischen DĂŒsseldorf, Baden-Oos, Berlin-Johannisthal, Gotha, Frankfurt am Main, Hamburg, Dresden und Leipzig entstanden. Der Erste Weltkrieg verhinderte jedoch den geplanten Anschluss europĂ€ischer HauptstĂ€dte.

Aufschwung im Nachkriegseuropa

Nach Ende des Ersten Weltkriegs baute die Royal Air Force einige D.H.4-Maschinen zu Passagiermaschinen um und betrieb den ersten Nachkriegs-Passagier- und -Postverkehr zwischen London und Paris. Die französische Fluggesellschaft „Lignes AĂ©riennes LatĂ©coĂšre“ nahm Weihnachten 1918 den Flugbetrieb zwischen Toulouse und Barcelona auf, und am 5. Februar 1919 grĂŒndete die „Deutsche Luftreederei“, ein VorlĂ€ufer der Lufthansa, einen regelmĂ€ĂŸigen Passagierverkehr zwischen Berlin und Weimar. In den darauffolgenden Jahren entstanden viele weitere Gesellschaften und Strecken, so zum Beispiel die französische „Compagnie des Messageries AĂ©riennes“, die britische Aircraft Transport & Travel, die schweizerische Ad Astra Aero (die spĂ€tere Swissair) sowie die niederlĂ€ndische KLM (Koninklijke Luchtvaart Maatschappij‚ Königliche Luftfahrtgesellschaft‘).

In Frankfurt wurde mit der stĂ€dtischen „SĂŒdwestdeutschen Luftverkehrs-AG“ ein planmĂ€ĂŸiger Luftverkehrsdienst eingefĂŒhrt, und mit dem am 6. Januar 1926 durchgefĂŒhrten Zusammenschluss der fĂŒhrenden deutschen Luftverkehrsgesellschaften „Deutscher Aero Lloyd AG“ und „Junkers-Luftverkehrs AG“ zur „Deutsche Luft Hansa AG“ begann der große Durchbruch des zivilen Luftverkehrs in Deutschland. Die neue staatliche Luftverkehrsgesellschaft entwickelte sich sehr zufriedenstellend, und bereits ein Jahr nach ihrer GrĂŒndung nahm die „Luft Hansa“ den Passagiertransport in Europa sowie nach Fernost und SĂŒdamerika auf.

Boom in den USA

In den USA war die Entwicklung der zivilen Luftfahrt anfangs noch nicht so weit vorangeschritten wie in Europa, was sich am 19. Mai 1927 jedoch Ă€ndern sollte, als Charles Lindbergh den ersten erfolgreichen Solo-Transatlantikflug durchfĂŒhrte. Durch diesen bahnbrechenden Erfolg erlebten der amerikanische Flugzeugbau und die dortigen Fluggesellschaften einen gewaltigen Aufschwung. Im Jahr 1926 hatte es in den USA zwölf Fluggesellschaften gegeben, 1928 waren es bereits 25. Im Jahr 1930 unternahmen amerikanische Fluggesellschaften bereits doppelt so viele FlĂŒge wie alle europĂ€ischen Fluggesellschaften zusammengenommen.

Fluggesellschaften heute

Staatlich betriebene Fluggesellschaften

Bis vor wenigen Jahren wurden die meisten – oftmals defizitĂ€ren – Fluggesellschaften staatlich betrieben oder zumindest als Prestigeobjekt staatlich gefördert. Diese Luftverkehrsunternehmen bezeichnet man auch als „Flag-Carrier“, da sie sozusagen unter der Flagge eines Landes fliegen. Staatliche Flag-Carrier sind auf Grund der bereitstehenden öffentlichen Gelder den normalen Erfordernissen des Marktes nicht zwingend unterworfen; negative Betriebsergebnisse wurden hĂ€ufig durch großzĂŒgige Zuwendungen seitens der jeweiligen Regierungen ausgeglichen. In Deutschland handelte es sich hierbei – bis zur vorgenommenen Privatisierung – um die Lufthansa und in Österreich, ebenfalls bis zur Privatisierung, um die Austrian Airlines (AUA).

In Großbritannien war es British Airways, in Frankreich war es die Air France (AF). AF verlor am 3. Juni 1998 die Bezeichnung „Nationale Gesellschaft“; ihre Aktie wird seit dem 22. Februar 1999 an der Börse gehandelt. In Italien war es die Alitalia, in Spanien die Iberia. In Japan war es Japan Airlines. In Vietnam ist es Vietnam Airlines, in Thailand Thai Airways usw.

Das EU-Recht enthÀlt ein generelles Beihilfeverbot. ZustÀndig ist der EU-Wettbewerbskommissar.

Siehe auch

:

Nationale Fluggesellschaft

Privatisierung und Liberalisierung des Luftverkehrs

Durch die zunehmende Liberalisierung sowie durch die entsprechende Deregulierung seitens Behörden und Regierungen entwickeln sich immer mehr traditionelle Staatslinien zu privaten Linienfluggesellschaften, die sich auf dem freien Markt bewĂ€hren mĂŒssen.

Charterfluggesellschaften

Die Charterfluggesellschaften, auch bekannt geworden als „Ferienfluggesellschaften“, bieten in der Regel keine eigenen FlĂŒge an, sondern leisten unter ihrem jeweiligen Markennamen bedarfsabhĂ€ngig Flugdienste fĂŒr Touristik-Unternehmen oder auch Privatpersonen.

Billigfluggesellschaften

Neben den herkömmlichen staatlichen und privaten Fluggesellschaften etablieren sich zunehmend Billigfluggesellschaften (engl. Low Cost Carrier). Sie bedienen vorrangig Verbindungen im Kurz- und Mittelstreckenbereich zu besonders gĂŒnstigen Preisen. Der Gewinn resultiert aus der hohen Auslastung und dem kurzen Umlauf der Flugzeuge nach dem Shuttle-Prinzip. Die niedrigen Preise werden allerdings mit EinschrĂ€nkungen bezĂŒglich FlexibilitĂ€t, Service und Komfort (z. B. Sitzabstand) angeboten. Ein kostenloses Umbuchen auf FlĂŒge zu anderen Flugzeiten ist nicht möglich. Verpflegung an Bord gibt es nur gegen Aufpreis, die An- und AbflughĂ€fen liegen hĂ€ufig abseits der großen VerkehrsflughĂ€fen. Neben den Flugpreisen sind oftmals diverse ZusatzgebĂŒhren wie z. B. fĂŒr aufzugebendes GepĂ€ck bei zugleich geringerer FreigepĂ€ckgrenze zu entrichten. Die Nutzung kleinerer RegionalflughĂ€fen bedeutet Ersparnisse der Gesellschaften bei Start-, Lande-, Abfertigungs- und AbstellgebĂŒhren. Da Billigfluggesellschaften oft einen erheblichen Anteil des Verkehrsaufkommens der bedienten FlughĂ€fen ausmachen, können sie in Verhandlungen besonderen Druck zur Senkung der GebĂŒhren ausĂŒben und damit drohen, große Teile des Flugprogrammes oder alle FlĂŒge zu verlegen. Ein besonderer Nachteil fĂŒr die Passagiere ist die teils schlechte Anbindung an eine bestehende Infrastruktur, wie Autobahnen, Zugverbindungen oder die Lage weit ab von stĂ€dtischen Ballungszentren. Dies wird von vielen Kunden jedoch akzeptiert, da der Preisvorteil ĂŒberwiegt.

Frachtfluggesellschaften

Bei Frachtfluggesellschaften (engl. Cargo Carrier) handelt es sich um Fluggesellschaften, die sich meist mit speziell fĂŒr diesen Zweck konstruierten Frachtflugzeugen auf den reinen Frachttransport im Linien- oder Charterverkehr konzentrieren. Dieser Markt gewinnt auf Grund der zusammenwachsenden globalen WirtschaftsmĂ€rkte zunehmend an Bedeutung. Diese Entwicklung fĂŒhrte in der Luftfrachtsparte in den vergangenen Jahren zu Wachstumsraten, wie sie in anderen Bereichen kaum erreicht wurden. Im Paket- und Kurierdienst fĂŒhrt dies teilweise sogar zu deutlich grĂ¶ĂŸeren Flotten gegenĂŒber Passagierfluggesellschaften. So bestehen die Flotten von bekannten Kuriertransportunternehmen, wie Federal Express, DHL oder UPS, aus teilweise ĂŒber 600 Flugzeugen, wohingegen Fluggesellschaften mit Schwerpunkt Passagiertransport selten mehr als 400 Flugzeuge betreiben. Die großen Vorteile des luftgestĂŒtzten Frachttransportes, zum Beispiel gegenĂŒber der Seefracht, sind insbesondere die Zeitersparnis zwischen Produktion und Produktionserlös bei gleichzeitiger Erschließung von MĂ€rkten weit jenseits der ProduktionsstĂ€tten. MassengĂŒter, wie Kohle oder Getreide, sind allerdings bei Frachtfluggesellschaften die Ausnahme, es sei denn, sie werden von Regierungen oder humanitĂ€ren Hilfsorganisationen zur Notversorgung in Krisen- oder DĂŒrregebieten gechartert (siehe auch Berliner LuftbrĂŒcke). Auf einigen Strecken, vor allem im Verkehr zwischen Ostasien und Europa ist zunehmend die Eisenbahn eine Konkurrenz. Zwar können Transporte ĂŒber die Transsibirische Eisenbahn oder die „neue Seidenstraße“ nicht so schnell abgewickelt werden wie mit dem Flugzeug oder so billig wie mit dem Schiff, aber die Bahn ist deutlich billiger als das Flugzeug und dabei schneller als das Schiff was fĂŒr immer mehr Frachtkunden attraktiv ist.

Einige im Passagierverkehr etablierte Fluggesellschaften betreiben daneben eigene Frachtfluggesellschaften. Beispiele dafĂŒr sind die Lufthansa Cargo, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Lufthansa-Konzerns, oder die Singapore Airlines Cargo als Tochterairline der Singapore Airlines. Diese Unternehmen befördern die Fracht nicht ausschließlich mit reinen Frachtflugzeugen, sondern daneben auch als Beiladung auf PassagierflĂŒgen der Muttergesellschaftencite-ref-lufthansa-cargo-2-0[2], da die meisten Passagierflugzeuge auch eine begrenzte FrachtkapazitĂ€t bieten.

Gesellschaften mit SpezialfluggerÀten

Einige Gesellschaften betreiben ausschließlich spezielle Flugzeugtypen und besitzen von diesen Flugzeugmustern die grĂ¶ĂŸte Flotte, zum Beispiel The Lightship Group (Luftschiffe) oder Maldivian Air Taxi (Wasserflugzeuge).

Leasing von Flugzeugen

Fluggesellschaften sind nicht immer EigentĂŒmer der von ihnen eingesetzten Flugzeuge – auch in der Luftfahrt haben sich verschiedene Möglichkeiten zur Finanzierung von teuren InvestitionsgĂŒtern durchgesetzt. HĂ€ufig werden Luftfahrzeuge geleast, wobei es die Formen des „Dry Leasing“ und des „Wet Leasing“ gibt. Beim „Dry Leasing“ muss die Fluggesellschaft eine eigene Bord-Crew stellen, beim „Wet Leasing“ wird hingegen auch das Bordpersonal einschließlich Piloten zur VerfĂŒgung gestellt. Im Unterschied zur Inanspruchnahme von Charterfluggesellschaften haben die Leasingnehmer völlig freie Dispositionsbefugnis hinsichtlich Flugzeiten und Flugstrecken. Auf diesem – teilweise sehr lukrativen – Markt haben sich in den vergangenen Jahren einige sehr große Leasinggesellschaften etabliert. So zum Beispiel GECAS, eine Tochter des General-Electric-Konzerns, sowie die ILFC, die durch teils spektakulĂ€re Flugzeugbestellmengen regelmĂ€ĂŸig auch die Aufmerksamkeit der Presse erregt.

Codierung

Sowohl die IATA als auch die ICAO vergeben KĂŒrzel an Fluggesellschaften, um sie in standardisierter Form referenzieren zu können. Dabei sind die IATA-Airline-Codes deutlich gelĂ€ufiger als die ICAO-Codes. IATA-Codes sind immer zweistellig und bestehen aus Großbuchstaben bzw. höchstens einer Ziffer. Aufgrund der Knappheit der Codes sind sie gerade bei jĂŒngeren Fluggesellschaften weder herleitbar noch eindeutig. Beispiele: LH fĂŒr Lufthansa, X3 fĂŒr TUIfly, 4Y fĂŒr Eurowings Discover und Airbus Industrie.

Diese Codes finden sich in FlugplĂ€nen in der Flugnummer wieder, wie auch auf dem Ticket (ebenfalls in der Flugnummer), und auch am Flughafen in der Anzeige der abgehenden FlĂŒge.

Der weniger gelĂ€ufige ICAO-Airline-Code fĂŒr Fluggesellschaften ist gemĂ€ĂŸ ICAO Dokument 8585 dreistellig.

Sicherheit

Die Überwachung der Einhaltung der Sicherheitsstandards durch die Fluggesellschaften zur GewĂ€hrleistung der Flugsicherheit unterliegt weltweit verschiedenen Institutionen. In der EU ist dies die EuropĂ€ische Agentur fĂŒr Flugsicherheit (EASA), in den USA die Federal Aviation Administration (FAA). In Abstimmung mit der EASA und den nationalen Flugsicherheitsbehörden – in Deutschland: Luftfahrt-Bundesamt (LBA), in der Schweiz: Bundesamt fĂŒr Zivilluftfahrt (BAZL), in Österreich: Oberste Zivilluftfahrtbehörde (OZB)cite-ref-3[3] – untersagt die EuropĂ€ische Kommission fĂŒr unsicher erachteten Fluggesellschaften den Betrieb im EuropĂ€ischen Luftraum. Die EU-Flugsicherheitsliste wird regelmĂ€ĂŸig im Amtsblatt der EuropĂ€ischen Union und auf der Website der EuropĂ€ischen Kommission veröffentlicht.cite-ref-4[4]

Siehe auch
Literatur

‱ Andreas Fecker: Airlines. Bemalung, Flugzeuge, Fakten. Alle wichtigen Linien auf FlughĂ€fen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. GeraMond, MĂŒnchen 2004, ISBN 3-7654-7214-X.

Weblinks

Wiktionary: Fluggesellschaft

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Commons

: Fluggesellschaften

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wikivoyage: Fluggesellschaften

– ReisefĂŒhrer

‱ Literatur von und ĂŒber Fluggesellschaft im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Knut Scherhag, Destinationsmarken und ihre Bedeutung im touristischen Wettbewerb, 2003, S. 51
cite-note-lufthansa-cargo-22. ↑ verkehrsrundschau.de Lufthansa Cargo (Memento des Originals vom 5. August 2021 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.verkehrsrundschau.de, vom 28. August 2009
cite-note-33. ↑ Oberste Zivilluftfahrtbehörde. Bundesministerium fĂŒr Klimaschutz, Umwelt, Energie, MobilitĂ€t, Innovation und Technologie, abgerufen am 25. Oktober 2020.
cite-note-44. ↑ The EU Air Safety List. EuropĂ€ische Kommission, abgerufen am 8. Dezember 2021 (englisch).